Tarifvertrag groß und außenhandel thüringen 2019

Kritiker warfen Verdi zudem vor, sich für Arbeitnehmerrechte und faire Löhne in der Öffentlichkeit stark zu halten, diese Ziele aber intern nicht erreichen zu wollen. Ein Beispiel war die Kantine am Verdi-Hauptsitz in Berlin, die vom internationalen Catering-Unternehmen Sodexo betrieben wurde. Wie in der Branche typisch, schließt Sodexo keine Industrietarifverträge ab, sondern setzt Tarifverträge auf Unternehmensebene ein. [80] Nach Informationen der Neuen Ruhr Zeitung lagen die Löhne der Beschäftigten der Mitverdi eng mit Verdi verbundenen Arbeitnehmerakademie (DAA) unter dem Satz, den Verdi mit Konkurrenten wie der AWO oder der Diakonie ausgehandelt hatte. [81] Auch die Aktionen von Verdi während der Streiks stehen immer wieder in der Kritik, wobei in einigen Berichten behauptet wird, dass die Beschäftigten in Einzelfällen zum Streik gezwungen wurden, was die Gewerkschaft bestritt. [82] Kritiker bezeichnen auch mehrere von Verdi organisierte Streiks als unverhältnismäßig. [83] [84] Der Regionale Innovationsanzeiger 2019 zeichnet Thüringen als „starken Innovator“ aus. Thüringens Innovationsleistung ist seit 2012 im Laufe der Zeit gesunken. Thüringen weist mit 106 % des deutschen Durchschnitts und 126 % des europäischen Durchschnitts spezifische Stärken in Bezug auf die Ausgaben des öffentlichen Sektors für Forschung und Entwicklung auf. Die Region ist auch bei Marketing-/Organisationsinnovationen (0,548, normalisierte Punktzahl) sowie bei KMU, die intern innovativ sind (0,522, der normalisierte Wert), sehr gut. Der Anzeiger zeigt eine besondere Schwäche in Thüringen auf: Ihr Anteil an der erwachsenen Bevölkerung mit Tertiärbereich erreicht nur 56 % des deutschen Durchschnitts und 43 % des europäischen Durchschnitts.

Weitere Schwächen in der Region sind die Marken- und Designanwendungen mit nur 43 % bzw. 47 % des deutschen Durchschnitts und 48 % bzw. 60 % des europäischen Durchschnitts. Seit der Gründung von Verdi steht die komplexe Organisationsstruktur immer wieder in der Kritik: So warnte der Tagesspiegel bereits 2001 die Leser vor drohenden „Verlusten und Ineffizienzen durch Reibung“. Auch die Sonntagszeitung „Welt am Sonntag“ berichtete über „Reibungen und Haushaltsstreitigkeiten“ innerhalb der Gewerkschaft. [76] Die Tageszeitung berichtete, das Matrixmodell von Verdi sei „so kompliziert“, dass selbst hauptamtliche Verdi-Beschäftigte es „schwer hatten“, es zu erklären. [77] Auch das Wochenmagazin Stern berichtete über Verdi, wonach seine Abteilungen, Landesverbände und Bezirke „mehr gegeneinander als miteinander gearbeitet“ hätten. [78] Neben diesen Medienberichten erntete Verdis Organisationsstruktur auch immer wieder Kritik aus den eigenen Reihen, so dass eine Reaktion auf diese Kritik in die Initiative „Perspektive 2015“ einfließt.

[79] Am 4. Oktober 1997 unterzeichneten die Vorsitzenden der DAG, der DPG, der GEW, der HBV, der IG Medien und des ÖTV die „Hamburger Erklärung“, in der sie die Neuordnung der Vertretung von Gewerkschaftsinteressen im Dienstleistungssektor unterstützten. [4] [5] Dies führte zur Einsetzung eines Lenkungsausschusses, der eng mit den Exekutivausschüssen der beteiligten Gewerkschaften zusammenarbeitete, um die Schlüsselaspekte der Fusion und der Struktur der künftigen großen Gewerkschaft zu entwickeln.